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Geld & Finanzen biblisch

Verwalterschaft: Warum dir dein Geld gar nicht gehört

9 Min. LesezeitFolge 99Fearless Finance

Was ist eigentlich deine Rolle, wenn es um Geld geht? Was sind deine Aufgaben, deine Rechte und Pflichten – und wo liegen deine Grenzen? Diese Frage klingt theoretisch, und sie ist es überhaupt nicht: Solange deine Rolle unklar ist, wirst du beim Thema Geld immer wieder in Angst landen. Genau hier setzt der Gedanke der Verwalterschaft an, und in der Bibel ist er zu Finanzen erstaunlich eindeutig.

Denn ohne klare Rolle passiert eines von zwei Dingen. Entweder du versuchst zu kontrollieren, was du gar nicht kontrollieren kannst. Oder – und da rutschen viele hinein – du gehst in eine Vermeidungshaltung: Dann mache ich lieber gar nichts damit, so kann ich auch nichts falsch machen.

Fangen wir deshalb mit drei Rollen an, die du nicht hast.

Du bist kein Gelderschaffer

Die erste Vorstellung lautet, der Mensch selbst erschaffe Geld – er könne es manifestieren. Das kommt sehr deutlich aus esoterischen Strömungen, wo genau das propagiert wird: Es sei deine Aufgabe, sogar deine Pflicht.

Dem lässt sich mit Johannes 3,27 klar begegnen: „Kein Mensch kann sich etwas nehmen, wenn es ihm nicht vom Himmel gegeben wird.“

Damit ist unter das klassische Manifestieren ein Schlussstrich gezogen. Warum das für Christen ein No-Go ist, haben wir an anderer Stelle ausführlich beschrieben.

Du bist kein Geldmagnet

Die zweite Vorstellung: Es gebe bestimmte Dinge, die du tun kannst, um mehr Geld in dein Leben zu ziehen. Bestimmte Handlungen, ein bestimmtes Konto, eine bestimmte Art zu sein.

Auch das ist nicht deine Rolle. Und hier kommt eine Ermutigung, die wichtiger ist, als sie zunächst klingt: Prüf ehrlich, ob du solche Rollenvorstellungen nicht doch irgendwo abgekauft hast.

Du könntest jetzt sagen: Leute, das ist doch klar, ich kann kein Geld erschaffen und will auch kein Geldmagnet sein, das ist alles hochesoterisch. Ja. Und trotzdem haben sich diese Gedanken sehr stark auch in christlichen Köpfen niedergeschlagen. Das merken wir immer wieder.

Frag dich also: Habe ich in irgendeiner Form das Gefühl, dass ich dafür verantwortlich bin, Geld anzuziehen? Soll ich etwas tun, denken oder fühlen, das beschleunigt, dass Geld zu mir kommt? Die meisten winken ab – und stellen zwei, drei Gedanken später fest, dass ein Abglanz davon doch in ihrem Herzen sitzt. Wir sind Nachfolger Jesu in der Welt und werden von der Welt geprägt.

Im christlichen Gewand sieht das dann anders aus, meint aber dasselbe: auf eine bestimmte Weise zu beten, um endlich genug zu bekommen. Wer komplett an Gottes Ordnung vorbeilebt, seine Nähe nicht im Gebet sucht und dann bei Geldproblemen immer nur sagt „Herr, gib mir“ – es gibt doch die bittende Witwe, ich muss nur hartnäckig genug sein –, greift zu kurz. Es ist nicht deine Rolle, um Geld zu bitten. Es ist deine Rolle, in Gottes Ordnung zu kommen. Dasselbe gilt für den Gedanken, genug Zehnter garantiere Segen.

Wenn du aus der Esoterik kommst und dich fragst, ob schon der Wunsch nach mehr Geld ungeistlich ist: Darf ich als Christ mehr Geld wollen?

Du bist kein Besitzer

Die dritte Rolle ist die naheliegendste: Das Geld gehört mir, ich habe Anspruch darauf, es ist mein Eigentum. Und meistens hängt daran ein zweiter Gedanke – Geld gibt mir Sicherheit.

Hier lohnt es sich, sehr genau zu unterscheiden, weil viele Christen und viele Unternehmer zwei Ebenen vermischen.

Die geistliche Ebene, deine Identität. Dort kommt Sicherheit von Gott. Von niemandem sonst. Er ist der Schöpfer, das Alpha und das Omega, dein Fels in der Brandung.

Psalm 20,8: „Die einen verlassen sich auf Wagen, die anderen auf Pferde, wir aber denken an den Namen Jahwes, unseres Gottes.“

Und Matthäus 6,25–26: „Deshalb sage ich euch: Sorgt euch nicht um Essen und Trinken zum Leben und um die Kleidung für den Körper. Das Leben ist doch wichtiger als die Nahrung und der Körper wichtiger als die Kleidung. Schaut euch die Vögel an: Sie säen nicht, sie ernten nicht und sammeln auch nichts in Scheunen. Doch euer Vater im Himmel ernährt sie. Und ihr seid ihm doch viel wertvoller als sie.“

Die praktische Ebene. Wir sind nicht von dieser Welt, aber wir leben in ihr – und hier hat Geld eine Funktion. Es bezahlt Rechnungen. Es ermöglicht Projekte. Es schafft Handlungsspielräume. Umgangssprachlich sagt man auch dazu „Sicherheit“, gemeint ist aber Funktionalität. Und die darf man weder unterschätzen noch vergeistlichen.

Daraus lässt sich ein Schlüsselsatz ableiten: Wenn du versuchst, aus Geld Sicherheit zu ziehen, wirst du entweder abhängig vom Geld – oder du stehst ständig unter Druck.

Deine Rolle: Verwalter

Du bist also weder Gelderschaffer noch Geldmagnet noch Besitzer. Was bleibt, ist die Rolle, die die Bibel dir tatsächlich gibt.

Psalm 24,1: „Dem Herrn gehört die Erde und was sie erfüllt, der Erdkreis und alle seine Bewohner.“

1. Korinther 4,2: „Von Verwaltern verlangt man vor allem, dass sie zuverlässig sind.“

Gott ist der Eigentümer. Alles, was auf dieser Welt ist, gehört ihm. Und du bist verantwortlich für den Umgang mit dem, was dir in deinem Rahmen anvertraut wird – geleitet vom Heiligen Geist.

Das war übrigens die allererste Rolle überhaupt. Schon im Garten Eden lautete der Auftrag, zu bewahren und zu bearbeiten, und daran hat sich bis heute nichts geändert. Gott hat sich entschieden, Menschen auf diese Erde zu setzen, die dort für ihn regieren.

Übertrag das einmal auf dein Unternehmen. Was hast du alles bekommen? Kunden. Umsatz. Fähigkeiten und Gaben. Reichweite. Möglichkeiten. Das sind Ressourcen, die Gott dir zur Verfügung stellt. Er ist der Eigentümer, du bist der Verwalter.

Geld ist dabei ein Werkzeug, das in deiner Hand liegt. Ob es zum Guten oder zum Schlechten gereicht, hängt davon ab, mit welchem Geist du dieses Werkzeug bedienst.

Und damit verschiebt sich die entscheidende Frage. Viele fragen: Wie kann ich sichern, was ich habe? Wie bekomme ich mehr Kontrolle? Wie passe ich bloß gut genug auf? Die Frage, die weiterführt, lautet anders: Wie gehe ich treu mit dem um, was mir übereignet wurde?

Das ist der Shift – vom Besitzdenken zur Verwalterschaft. Von Kontrolle zu Verantwortung.

Schritt 1: Es gehört dir nicht, es ist dir anvertraut

Simpel und trotzdem eine Sache, mit der man Wochen, Monate, manchmal Jahre geht, bis sie ins Herz sackt. Das Geld, das gerade in deinem Leben ist, gehört dir nicht.

Auf der einen Seite darf damit viel Druck von deinen Schultern fallen. Dieses ewige Meins, meins, meins – ich muss es kontrollieren, vermehren, das Beste daraus machen, aufpassen. Es ist nicht deins. Es ist von Gott, und es ist dir anvertraut.

Auf der anderen Seite kommt bei manchen jetzt ein neuer Druck auf: Oh, das ist ja noch schlimmer. Wenn es Gott gehört, muss ich ja erst recht aufpassen.

Nimm dem gern den Negativton. Es ist ein Geschenk. Gott der Höchste legt dir etwas in die Verantwortung und sagt: Mein Sohn, meine Tochter, ich vertraue dir, dass du das gut verwaltest. Und in Klammern: Ich vertraue dir, dass du es lernst.

Die neue Perspektive daraus: Ich muss es nicht besitzen. Ich darf treu damit umgehen.

Schritt 2: Verschaff dir Klarheit über das, was dir anvertraut ist

Stell dir vor, du bekommst eine Schafherde übergeben. Solange du denkst, das sind meine Schäfchen und ich muss sie um jeden Preis beisammenhalten, versuchst du zu kontrollieren, was sich nicht kontrollieren lässt. Wenn du dagegen weißt, dass sie Gott gehören und du sie hüten darfst, verändert sich der Blick.

Nur musst du sie dafür kennen. Wie viele sind es? Was brauchen sie? Wie geht man richtig mit ihnen um?

Sprüche 27,23: „Kümmere dich um das Aussehen deiner Schafe, hab acht auf deine Herde.“

Ein guter Verwalter kennt, was ihm anvertraut ist. Frag dich also ehrlich: Weißt du, wie viel dir monatlich anvertraut wird? Weißt du, wo dieses Geld wieder hingeht? Und weißt du, wie man ordentlich damit umgeht?

Das hat nichts mit Unglauben zu tun, nach dem Motto: Ich schaue lieber nicht so genau hin, damit Gott mich versorgen kann. Es hat damit zu tun, dass ein Hirte seine Herde kennt.

Ganz praktisch heißt das für Unternehmer vor allem eines: budgetieren . Zu wissen, wie viel im Monat wofür hinausgeht und wie viel für welche Themen zurückgelegt wird. Als Unternehmerin hast du andere Rhythmen und andere Geldflüsse als ein Angestellter – umso wichtiger, dass es hier eine Ordnung gibt.

Schritt 3: Bewahren und vermehren

Dieser Punkt fällt am häufigsten hinten runter. Verwalterschaft heißt nicht nur behalten. Sie heißt auch entwickeln.

Der Auftrag im Garten lautete, ihn zu bearbeiten und zu beschützen – 1. Mose 2,15: „Jahwe Gott brachte den Menschen also in den Garten Eden, damit er ihn bearbeite und beschütze.“ Beide Aufträge stehen da. Bearbeiten heißt auch multiplizieren.

Am deutlichsten wird das im Gleichnis von den Talenten in Matthäus 25,14–30. Gelobt werden die Diener, die bewahrt und vermehrt haben. Korrigiert wird der, der sein Talent nur verscharrt hat – aus Angst.

Wachstum ist ein Prinzip, das Gott uns ins Herz gelegt hat. Schon der Ruf, Jesus immer ähnlicher zu werden, ist Wachstum.

Und jetzt der Teil, der befreit: Wachstum ohne Fehler gibt es nicht. Kleinkinder lernen laufen, indem sie verschiedene Strategien ausprobieren und dabei hinfallen. Genauso lernst du, mit Geld umzugehen.

Wenn du dir die Geschichten erfolgreicher Unternehmer ansiehst, findest du fast immer eine Phase, in der sie lernen mussten, ordentlich mit Geld umzugehen – und in der sie viel Geld verloren haben. Davor brauchst du keine Angst zu haben. Das ist die Schule, die dazugehört. Wer mit mehr betraut werden will, geht erst durch die Schule des Wenigen.

Wir gehen fest davon aus, dass auch die beiden Diener im Gleichnis Verluste hatten. Wenn sie klug waren, haben sie nicht alles auf eine Karte gesetzt, sondern an verschiedenen Stellen eingesetzt – und manches wird schiefgegangen sein.

Die Perspektive daraus: Ich bin nicht nur verantwortlich, nichts zu verlieren. Ich bin verantwortlich, das zu entwickeln, was Gott mir gegeben hat.

Was du mit ins Gebet nehmen kannst

Das Wichtigste dieser Folge in einem Satz: Du musst dein Geld nicht kontrollieren, weil es dir gar nicht gehört. Darin liegt deine Freiheit.

Gott ist verantwortlich für die Versorgung. Das ist seine Aufgabe. Du bist verantwortlich für den guten Umgang mit dem, was er dir zur Verfügung stellt. Wann er dir wie viel gibt, ist seine Sache – und du darfst davon ausgehen, dass gute Absichten dahinterstehen.

Setz dich also einmal bewusst mit Gott hin und geh diese Fragen durch:

  • Wo versuche ich, Sicherheit aus Geld zu ziehen statt aus Gott?
  • Wo vermeide ich Verantwortung, weil ich Angst habe, etwas falsch zu machen?
  • Wo halte ich etwas fest, statt es einzusetzen?
  • Und wo spiele ich kleiner, als Gott es mit mir vorhat?

Die Angst, die dabei hochkommt, darf gehen. Wenn du mit Jesus darauf schaust, wirst du Erkenntnis geschenkt bekommen – und wahrscheinlich auch die eine oder andere Einladung, etwas zu ändern oder Neues zu lernen.

Häufige Fragen

Was bedeutet Verwalterschaft in Bezug auf Finanzen?

Gott ist der Eigentümer von allem. Du bist verantwortlich für den Umgang mit dem, was dir in deinem Rahmen anvertraut wird – geleitet vom Heiligen Geist.

Gibt Geld Sicherheit?

Auf der geistlichen Ebene nein – dort kommt Sicherheit allein von Gott. Auf der praktischen Ebene hat Geld eine Funktion: Es zahlt Rechnungen und ermöglicht Projekte.

Darf ich als Verwalter Geld vermehren?

Ja, das gehört ausdrücklich dazu. Im Gleichnis von den Talenten werden die gelobt, die bewahrt und vermehrt haben. Korrigiert wird der, der nur verscharrt hat.

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