Verkaufen als Christ – fünf Einfallstore, die dein Business ausbremsen
11 Min. LesezeitFolge 58
Am Anfang unserer Selbstständigkeit haben wir gedacht: Verkauf braucht doch eigentlich keiner. Das lässt sich bestimmt irgendwie anders lösen, abwimmeln, delegieren.
Heute lieben wir dieses Thema. Es gibt kaum etwas, worüber wir lieber sprechen – weil genau dort so viel Wachstum passiert, so viel Freisetzung, so viel Beziehung entsteht.
Zwischen diesen beiden Punkten lag Arbeit. Und die begann nicht mit Techniken, sondern mit der Frage, warum dieses Stechen im Herzen überhaupt da war.
Denn Verkaufen als Christ ist ein Feld, auf dem verblüffend viele feststecken. Und zwar nicht, weil ihnen das Handwerk fehlt, sondern weil Sätze im Weg stehen, die fromm klingen und trotzdem nicht von Gott sind.
Warum Verkauf so oft angegriffen wird
Wenn du dein Business aufbaust, ist Verkauf der zentrale Punkt. Beherrschst du ihn nicht, wird es dein Business nicht lange geben. Er ist der Herzschlag.
Zur Einordnung: Wir arbeiten mit fünf Schritten – Positionierung, Sichtbarkeit, Content, Angebot, Verkauf. Der fünfte steht nicht wirklich am Ende, er zieht sich durch alle anderen hindurch. Schon deine Positionierung hat mit Verkauf zu tun, deine Sichtbarkeit auch, dein Content sowieso.
Und Verkauf heißt nichts anderes als: Menschen helfen, eine Entscheidung treffen zu können.
Viele sagen: Ich möchte als Coach oder Berater Menschen helfen. Wunderbar. Nur – bevor du jemandem helfen kannst, muss er wissen, dass es dich gibt, dass du helfen kannst und dass du ein Angebot hast.
Damit ist Verkauf ein sehr schneller Spiegel für dein Herz. Traust du dich, dein Angebot zu erstellen und klar zu kommunizieren? Aus der Masse in die erste Reihe zu treten und zu sagen: Hier bin ich, ich kann dir helfen? Und traust du dich, jemanden durch einen Entscheidungsprozess zu begleiten – ergebnisoffen, auch wenn am Ende ein Nein steht?
Wenn dabei etwas in dir zusammenzuckt: herzlich willkommen. Das geht 99,9 Prozent aller Menschen so, die mit ihrem Business starten.
Die Parallele, die alles erklärt
Wir haben einmal eine Statistik gelesen: Wie viele Christen haben schon einmal aktiv mit jemandem über ihren Glauben gesprochen?
Unsere Schätzung lag bei mindestens 90 Prozent. Es wäre ja auch naheliegend – wer die beste Nachricht der Welt kennt, erzählt sie weiter.
Die Zahl lag bei 8 Prozent.
Diese Zahl hat uns nicht losgelassen, weil sie exakt dasselbe Muster beschreibt wie der Verkauf. Schau dir an, wie ähnlich die beiden Situationen sind:
Du hast etwas, von dem du überzeugt bist. Du weißt, dass es dem anderen helfen würde. Und trotzdem sagst du nichts – weil du nicht aufdringlich wirken willst, weil du Angst vor Ablehnung hast, weil du befürchtest, es falsch zu machen. In beiden Fällen geht es darum, einem Menschen etwas anzubieten, das sein Leben verändern kann, und ihm die Entscheidung darüber zu ermöglichen.
Und in beiden Fällen liegt der Grund für das Schweigen fast nie im Unwillen. Er liegt darin, dass es nie jemand gezeigt hat.
Denn genau da dreht es sich: Wenn deine Gemeinde dir beibringt, wie ein Gespräch über den Glauben leicht und natürlich läuft, und dich ein bisschen dazu ermutigt, dann denkst du plötzlich: Das ist ja gar nicht schwer. Beim Verkauf ist es identisch. Eine Kundin sagte uns einmal nach einem Verkaufsgespräch: Ich habe euer Skript benutzt, und auf einmal fließt das einfach.
So darf es sein. Wer die richtigen Dinge an die Hand bekommt und in die richtigen Situationen kommt, merkt, dass Verkauf keine fremde Disziplin ist.
Das Problem ist, dass die meisten Menschen mehr Energie darauf verwenden, Verkauf zu vermeiden, als zu lernen, wie er gut geht. Beliebte Vermeidungsstrategien: Ich baue ein Team auf, das verkauft für mich. Oder: Ich brauche eine richtig gute Landingpage, die verkauft dann. Beides funktioniert nicht. Papier verkauft nicht. Es braucht Beziehung.
Für uns hat sich die Arbeit daran gelohnt: In unseren Verkaufsgesprächen kamen wir auf eine Abschlussquote von 90 Prozent. Nicht durch manipulative Tricks, sondern weil wir verstanden haben, wie Verkauf aus dem Herzen heraus funktioniert.
Schauen wir uns also die fünf Sätze an, die am häufigsten im Weg stehen.
Einfallstor 1: „Verkaufen ist unheilig und manipulativ“
Typische Varianten: Ich will doch kein Geschäft mit dem Glauben machen. Ich will niemanden überreden. Ich sollte doch demütig sein.
Dahinter stehen religiöse Prägungen, die Erfolg, Geld und Sichtbarkeit automatisch mit Stolz, Gier oder Weltlichkeit gleichsetzen. Das hat aber nichts miteinander zu tun.
Es gibt eine biblische Demut, und sie ist etwas sehr Gutes – Demut vor Gott. Und es gibt Selbstverleugnung, die sich als Demut tarnt und in Wahrheit blockiert. Die brauchen wir nicht.
Denn was folgt aus so einem Satz? Du versteckst dein Angebot. Du vermeidest es, davon zu sprechen. Du gehst nicht damit nach draußen – auch dann nicht, wenn du ein Segen sein sollst. Logisch: Wer will schon etwas Unheiliges tun?
Die Wahrheit lautet: Verkauf ist Dienen durch eine Lösung. Du hast etwas herausgefunden, das anderen hilft. Es zu verkaufen heißt, ihnen damit zu dienen. Jesus spricht in seinen Gleichnissen viel über Investitionen, Talente und Frucht. Wert geben und dafür Wert empfangen – das ist die Bewegung.
Einfallstor 2: „Ich darf mir nichts nehmen, ich darf nur empfangen“
Klingt so: Wenn Gott es will, wird er mir die Kunden schon bringen. Ich soll mich nicht nach vorne drängen. Es ist nicht meine Aufgabe, jemanden von meinem Angebot zu überzeugen.
Dahinter steckt Passivität – und ein Pseudo-Gehorsam. Denn wenn Gott dir eine Aufgabe gibt, sagt er nicht: glaub das mal. Er sagt: geh los. Steig aufs Wasser, handle, und ich stelle mich dazu.
Verwechsle Vertrauen nicht mit Verantwortungslosigkeit. Darauf zu vertrauen, dass Gott dich beruft, zurüstet und begleitet, ist richtig. Daraus zu schließen, dass es dann schon von allein läuft, ist etwas anderes.
Ein Bauer würde das nicht tun. Der sagt nicht: Gott hat mir dieses Land gegeben, also setze ich mich auf die Couch und schaue, was wächst.
Die Stelle, die das am schönsten zeigt, steht in 2. Mose 14. Die Israeliten sind gerade aus Ägypten heraus, der Pharao verfolgt sie, und sie fangen an zu klagen: Wären wir doch lieber Sklaven geblieben. Mose sagt: „Habt keine Angst, stellt euch auf und seht, wie Jahwe euch retten wird. Jahwe wird für euch kämpfen, ihr selbst müsst gar nichts tun.“
Und dann sagt Gott zu Mose: „Was schreist du mich an? Sag den Israeliten, sie sollen aufbrechen. Und du, heb deinen Stab hoch und streck die Hand über das Meer aus.“
Mose sagt: Bleibt stehen, Gott macht das. Gott sagt: Setzt euch in Bewegung.
Das zieht sich durch die ganze Bibel. Nirgends heißt es chill mal, ich kümmere mich um alles. Wir wurden geschaffen, um die Schöpfung zu bearbeiten und zu bewahren. Du hast Verantwortung bekommen – und Gott stellt sich dazu, wenn du die nächsten Schritte gehst.
Einfallstor 3: „Ich bin es nicht wert, Geld zu nehmen“
Die Sätze dazu: Ich kann doch für geistliche Begleitung kein Geld verlangen. Ich bin noch nicht gut genug, ich sollte warten. Ich will helfen, nicht verdienen. Ich stehe über sowas.
Dahinter stecken Identitätsmangel und Minderwert. Und ein alter Bekannter: der religiöse Geist mit seinen Lügen, dass Arbeit für Gott umsonst sein müsse und ein wirklich heiliger Mensch mit Geld nichts zu tun habe.
Aber Geld kommt von Gott. Er hat sich dieses System ausgedacht. Es ist nichts Schmutziges – das haben wir in einem eigenen Artikel über Geld und Bibel ausführlich behandelt.
Lukas 10,7: Der Arbeiter ist seines Lohnes wert.
Dienst schließt professionelle Entlohnung mit ein. Wer Wert liefert und dann sagt, er brauche keinen Gegenwert, hat die Sache verdreht – wer weiß, was er gibt, kann eine Danksagung auch annehmen. Und wenn dein Business wächst, wächst mit ihm die Verantwortung, mit diesem Geld gut umzugehen.
Übrigens hängt daran eine sehr praktische Frage: Wie kommst du eigentlich zu deinem Preis? Auch dazu haben wir etwas geschrieben: Preise festlegen als Coach.
Ein Muster, das wir oft sehen: Menschen wollen helfen – aber sobald es professioneller wird, steigen sie aus. Dabei wäre genau dieser Weg der, auf dem sie mehr Menschen erreichen.
Einfallstor 4: „Ich darf keinen Druck machen“
Die Sätze: Wenn jemand wirklich will, meldet er sich schon. Ich will niemanden bedrängen. Verkauf wirkt immer so pushy, das passt nicht zu mir.
Natürlich sollst du niemanden drängen. Aber manchmal musst du jemandem den Spiegel vorhalten: Interessant – du willst diese Veränderung in deinem Leben, jetzt hast du die Möglichkeit dazu, und jetzt willst du doch nicht. Erzähl mal, woran liegt das?
Merle hatte einmal eine Kundin, die sagte: Ich habe keine Zeit. Ihre Antwort: Wenn du keine Zeit hast, ist das genau der Grund, es jetzt zu tun – damit du lernst, dir wieder Zeit zu schaffen. Monatelang hat diese Kundin sich später dafür bedankt. Sie war in der Umsetzung, sie sah Verbesserungen. Und sie hätte sich das selbst genommen.
Das war kein Druck. Das war ein liebevoller Spiegel – und diesen Unterschied musst du lernen zu erkennen.
Hinter ich darf keinen Druck machen steckt oft der Wunsch, nicht abgelehnt zu werden und nicht in einen kritischen Bereich zu geraten. Manchmal ist es auch der Versuch, sich aus der Verantwortung zu ziehen: Da habe ich keinen Einfluss drauf, das muss der Kunde entscheiden.
Am Ende entscheidet er wirklich. Aber du bist die Autorität. Du bist der Coach, du hast die Aufgabe zu helfen. Und die Leute sind auf der Suche – sie wollen die Lösung. Selbst wenn Menschen wollen, können sie oft nicht. Ihnen dabei zu helfen, gehört zu deiner Arbeit.
Ein Gedanke, der die Sache in Perspektive rückt: Stell dir vor, Jesus wäre in deinem Dorf unterwegs und würde heilen. Aus heutiger Sicht dürfte es keinen einzigen Einwand geben – der Messias ist da. Tatsächlich gab es Widerstand bis hin zu Mordgedanken. Wenn selbst er erklären musste, dann darfst du das auch.
Eine praktische Konsequenz daraus: Lade Menschen ein, mit ihren Fragen und Unsicherheiten zu kommen. Dann könnt ihr gemeinsam hinsehen. Sind es berechtigte Gründe? Wunderbar – dann haben beide Frieden darüber, und das Angebot ist eben nicht das richtige. Sind es limitierende Glaubenssätze? Dann lässt sich das lösen.
Einfallstor 5: „Ich muss doch erst noch was lernen“
Der Perfektionismus. Ich bin noch nicht bereit. Erst noch diese Ausbildung. Die anderen sind schon viel weiter.
Dahinter: Vergleich, Minderwert, und die fehlende Erlaubnis an sich selbst, jetzt schon loszulegen.
Dass wir nicht perfekt sind, ist normal. Du wirst es auch nie sein. Im Unternehmertum gibt es dazu einen sehr wahren Satz: Starte, bevor du bereit bist – denn wenn du bereit bist, ist die Chance vorbei.
Das Perfide daran ist, dass dieses Zögern fromm daherkommt. Ich muss doch erst für den Herrn perfekt werden. Das ist keine Vorsicht, das ist Sabotage.
Oli ist seit fünfzehn Jahren selbstständig und denkt bei neuen Projekten immer noch: Soll ich das wirklich machen? Es geht Mose übrigens ganz genauso – ich kann doch gar nicht gut reden. Und was antwortet Gott? Ich stelle dir Aaron zur Seite. Mach einfach.
Gott beruft nicht die Perfekten, sondern rüstet die Berufenen zu.
Ein Bild, das das gut fasst: Stell dir vor, du bist Stürmer. Gott hat gesagt: Da ist das gegnerische Tor, los. Wenn du weißt, wer du bist und was deine Aufgabe ist, sprintest du geradeaus und kommst zum Abschluss.
Wenn du aber mitten im Lauf anfängst zu zweifeln – hat Gott das wirklich gesagt? Kann ich das überhaupt? Schiedsrichter, darf ich das? –, dann verlierst du Vorsprung, Kraft und Dynamik. Und das ganze Feld, das dich aufhalten will, ist inzwischen aufgerückt. Dazu kommt der Stress, weil du nervös wirst.
Josua 1,9: „Sei mutig, lass dir keine Angst einjagen, lass dich nicht einschüchtern – denn der Herr, dein Gott, steht dir bei, wo du auch bist.“
Drei Dinge, die diese Türen schließen
1. Erkenne, dass dein Angebot ein Dienst ist. Es ist keine heiße Luft. Du bist da, um Menschen zu helfen und an Gottes Reich zu bauen. Dahinter darfst du dich stellen.
2. Heile deinen Selbstwert. Ich bin nicht gut genug, ich darf das nicht – das sind Lügen, die dich von deinem Auftrag trennen wollen. Lass dich davon nicht sabotieren, auch nicht beim Umsatz. Sprüche 10,4: Lässige Hand bringt Armut, doch fleißige Hände machen reich.
3. Hör auf mit wenn Gott will, macht er schon. Ja, er öffnet Türen. Aber hindurchgehen musst du. Erinnere dich an Mose: Was schreist du mich an? Sag ihnen, sie sollen aufbrechen.
Du hast Verantwortung – übernimm sie. Natürlich könnte Gott das alles allein machen. Nur ist das nicht der Plan. Er will mit dir in die Umsetzung, er will dir beibringen, die Autorität zu leben, die er dir zugesprochen hat.
Und wenn du dabei merkst, dass noch etwas hängt: Geh damit ins Gebet, und such dir Menschen, die mit dir hinschauen. In der DIVINE Business Community sind viele, die genau diese Sätze schon bei sich gefunden und aufgelöst haben.
Häufige Fragen
Ist Verkaufen als Christ manipulativ?
Nein. Verkaufen heißt, Menschen zu helfen, eine freie Entscheidung zu treffen – für oder gegen dein Angebot. Es ist Dienen durch eine Lösung, nicht Überreden.
Darf ich für geistliche Begleitung Geld verlangen?
Ja. Jesus sagt selbst: Der Arbeiter ist seines Lohnes wert (Lukas 10,7). Dienst und angemessene Entlohnung schließen einander nicht aus – ohne sie kann dein Business nicht tragen.
Muss ich erst besser werden, bevor ich starte?
Der Zeitpunkt, an dem du dich perfekt fühlst, kommt nie. Gott beruft nicht die Perfekten, sondern rüstet die Berufenen zu. Starte und wachse auf dem Weg.
Du willst diesen Weg nicht allein gehen?
In der DIVINE Business Community tauschst du dich mit anderen christlichen Unternehmern aus, die dieselben Fragen bewegen. Die Mitgliedschaft ist kostenfrei.
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