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Mindset & Identität

Geschlossene Türen im Business – Mythos oder Realität?

7 Min. LesezeitFolge 1

„Wenn Dinge im Business schwierig werden, dann schließt Gott hier wohl eine Tür.“

Diesen Satz hören wir immer wieder. Von Kunden, aus der Community, bei Unternehmertreffen. Und meistens ist er nicht böse gemeint, sondern kommt aus echter Sorge.

Dahinter steckt eine Annahme, die selten ausgesprochen wird: Wenn es das Richtige wäre, müsste es leicht gehen. Wird es anstrengend, bin ich falsch unterwegs.

Genau diese Annahme wollen wir uns ansehen. Denn die Frage, warum Gott Türen verschließt, ist berechtigt – nur ist die Antwort selten so eindeutig, wie der Satz klingt.

Wie dieser Podcast fast nicht entstanden wäre

Das beste Beispiel dafür ist die Folge, aus der dieser Artikel entstanden ist.

Wir hatten schon im Januar im Gebet gehört, dass wir einen Podcast machen werden. Start: April. Wir haben uns vorbereitet, gute Mikrofone besorgt, das Studio eingerichtet. Alles stand bereit.

Dann kam der April näher – und wir hatten so viel zu tun, dass wir sagen mussten: Das packen wir nicht. Noch ein Projekt obendrauf funktioniert einfach nicht.

Ein ganzes Jahr verging.

An dieser Stelle hätte man leicht sagen können: Dann war das eben nichts. Die Tür ist zu, Gott wollte es offenbar doch nicht. Wir haben es anders gesehen. Das war keine geschlossene Tür, sondern schlicht eine Dynamik, die wir anders eingeschätzt hatten.

Und die Monate dazwischen waren wertvoll. In dieser Zeit ist so viel passiert – im Business und innerlich –, dass sich Gold angesammelt hat, das wir jetzt hineingeben können. Hätten wir damals aufgegeben, läge dieser Sack Gold ungenutzt herum.

Übrigens: Auch kurz vor der Aufnahme wurde es wieder eng. Wir waren krank. Unsere Assistentin war krank. Termine schoben sich. Irgendwann haben wir alle drei nur noch geschmunzelt: Ah ja, Podcast-Themen. Alles klar.

Manche Dinge dürfen errungen werden.

Kairos-Momente und ihr Gegenteil

Es gibt Momente, in denen es einfach flutscht. Man merkt: Jetzt ist genau der richtige Zeitpunkt, jetzt kommt Gas drauf. Unsere Auswanderung war so ein Moment – da ging plötzlich alles vorwärts.

Solche Kairos-Momente kennst du wahrscheinlich auch. Und daraus entsteht dann der Umkehrschluss: Wenn alles stockt, ist es eben gerade nicht begünstigt. Dann will Gott das jetzt nicht.

Aber so einfach ist die Rechnung nicht. Zwischen „es flutscht, also gesegnet“ und „es stockt, also nicht gesegnet“ gibt es einen Graubereich – und der ist entscheidend.

Die Hologramm-Tür

Wir nennen das gerne eine Hologramm-Tür.

Sie sieht aus wie eine Tür. Du könntest davor stehen bleiben und umkehren. Aber deine Aufgabe ist, hindurchzugehen – und erst dabei merkst du: Das war gar keine Tür. Das war ein Hologramm.

Es ist eine Lüge des Feindes, um dich aufzuhalten. Und sie ist schwer zu erkennen, weil sie sich anfühlt wie ein Hindernis, das man respektieren sollte.

Deshalb hilft es zu wissen, dass es diese Möglichkeit überhaupt gibt. Es ist nicht schwarz-weiß. Manchmal ist es genau richtig, durch diese scheinbare Tür hindurchzurennen.

Warum du das nur im Gebet klären kannst

Ein Schema können wir dir nicht geben. Wenn dies, dann das – so funktioniert es nicht.

Was wir dir geben können, ist der Ort, an dem sich das klärt: bei Gott. Leg ihm die Situation hin und frag konkret. Ist das eine Tür, die zugeht? Oder gibt es hier noch etwas zu lernen? Soll ich ein anderes Projekt nach hinten schieben, damit dieses nach vorne kann?

Warum das nicht anders geht, wird schnell klar, wenn man die Alternativen durchspielt.

Sprichst du mit deiner Familie, bekommst du eine menschliche Antwort. Deine Mutter sagt vielleicht: Dann ist das eben eine geschlossene Tür, vielleicht will Gott das gar nicht. Sie sagt das nicht aus bösem Willen, sondern weil sie dich schützen will.

Sprichst du mit anderen Unternehmern, bekommst du auch eine Antwort – nur eine andere. Die meisten werden sagen: Ganz normal, gehört dazu. Und je mehr du dein Leid klagst, desto wahrscheinlicher kommt irgendwann doch: Naja, könnte auch eine geschlossene Tür sein.

Beides bleibt im menschlichen Rahmen. Die Antwort auf die Frage, was Gott damit vorhat, bekommst du dort nicht.

Ein Hinweis noch, weil es leicht passiert: Bleib beim Beten nicht an der Oberfläche. Herr, schenk mir Kraft ist nicht falsch. Aber manchmal ist es wichtiger, wirklich fragend zu ihm zu gehen: Was ist hier eigentlich los? Was willst du mir mit dieser Situation sagen? Da darfst du mutig sein und mutig um Antworten bitten.

Wenn der Ankläger dazwischensteht

Bei uns kam im Gebet etwas heraus, das wir so nicht erwartet hatten. Wir haben gespürt: Hier steht der Feind dazwischen.

Der Feind wird ja nicht nur der Lügner genannt, sondern auch der Ankläger. Und man kann sich das ganz bildlich als Gerichtssituation vorstellen: Du willst loslegen, aber der Richter sagt – Sekunde, der Ankläger hat noch etwas vorzubringen. Und dann steht er da und redet, und der ganze Prozess kommt nicht voran.

In so einer Situation darfst du fragen: Gott, du hast mir das zugesprochen. Dann habe ich auch ein Recht darauf, es umzusetzen. Ist das richtig? Und wird hier gerade blockiert?

Das Beste daran: Du musst kein Anwalt sein. Du musst die Bibel nicht auswendig können, keine perfekten Zeilen rezitieren, keine Beweisstücke vorlegen. Jesus hat das längst geregelt. Er ist genau mit solchen Sachen ans Kreuz gegangen. Du bist von Schuld befreit und darfst dich voll auf ihn berufen.

Genau das haben wir getan. Wir haben Jesu Blut über diesen Podcast ausgesprochen und deklariert, dass er frei ist von jeder Anklage.

Und dann passierte etwas. Nachdem wir das ein paar Tage lang durchgebetet hatten, wurden auf einmal Themen offenbart, die in den Podcast hineingehören. Termine lösten sich auf, Zeit wurde frei. Und Kunden fragten von sich aus nach: Wann kommt der Podcast denn endlich?

Die Tür, die so lange verschlossen schien, ging auf – und der Flutschmoment war wieder da.

Zwei Beispiele, die nichts mit Glauben zu tun haben

Interessanterweise kennt auch die Geschäftswelt dieses Muster.

Jeff Bezos, der Gründer von Amazon, hat in einem Interview gesagt: Die meisten guten Geschäftsideen scheitern nicht. Die Leute hören zu früh auf.

Noch deutlicher wird es bei Canva. Die Gründerin kommt aus Australien und wollte diese Design-Software aufbauen – was Millionen kostet, die sie nicht hatte. Also ist sie zu Investoren gegangen. Hundert Mal hat sie ihre Idee vorgestellt. Hundert Absagen.

Beim fünfzigsten Nein hättest du vermutlich auch gedacht: Die Tür ist zu. Sie hat weitergemacht, und irgendwann sagte jemand Ja. Heute kennt fast jeder Canva.

Das heißt nicht, dass nach hundert Versuchen automatisch der Durchbruch kommt. Es heißt: Der Schwierigkeitsgrad allein sagt nichts darüber aus, ob etwas dran ist.

Wenn Gott Nein sagt, ist es Nein

Damit kein Missverständnis entsteht: Es gibt geschlossene Türen.

Aber es macht einen Unterschied, wer das Nein ausspricht. Wenn Gott Nein sagt, ist es wirklich Nein. Wenn deine Eltern Nein sagen, darfst du das hinterfragen. Wenn irgendjemand in der Welt Nein sagt, erst recht.

Und solange du kein klares Nein von Gott gehört hast, bleib dran und horch weiter. Frag ihn, was er mit deiner Idee vorhat. Ist das vorbei? Ist es ein Lernfeld? Oder steckt etwas ganz anderes dahinter?

Stell dabei nicht seinen Ruf in Frage. Du kannst beides gleichzeitig: stabil auf seiner Zusage stehen und trotzdem nüchtern beobachten, dass es gerade herausfordernd ist. Dann gehst du ins Gebet, ohne wie ein Fähnchen im Wind zu wanken.

Warum Frucht Ausdauer braucht und Durststrecken dazugehören, zeigt Jesus im Gleichnis vom Sämann: Warum bringe ich keine Frucht?

Such dir Menschen, die dich fordern

Ein letzter Punkt, der unterschätzt wird: Umgib dich mit Menschen, die schon eine Weile unternehmerisch mit Gott unterwegs sind.

Nicht nur, damit sie dich ermutigen. Sondern auch, damit sie dich herausfordern und im Zweifel fragen: Moment – ist das gerade wirklich eine geschlossene Tür, oder ist es dir nur unbequem? Diese Frage stellt sich niemand gern selbst.

Eisen schärft Eisen. Genau dafür gibt es die DIVINE Business Community: einen Ort für christliche Unternehmer, die sich austauschen, füreinander beten und gemeinsam wachsen. Du musst dafür kein großes Unternehmen haben und nichts vorweisen können.

Denn eines ist sicher: Du trägst etwas Wertvolles in dir, das Gott hineingelegt hat. Und es gibt Menschen, die darauf warten, dass du sichtbar wirst.

Lass dich davon nicht abhalten – schon gar nicht von einer Tür, die nur so tut.

Häufige Fragen

Ist Widerstand ein Zeichen, dass Gott eine Tür schließt?

Nicht automatisch. Es gibt geschlossene Türen, aber es gibt auch Phasen, in denen etwas errungen werden darf. Der Unterschied lässt sich nicht am Schwierigkeitsgrad ablesen, sondern nur im Gebet klären.

Woran erkenne ich, ob ich dranbleiben oder loslassen soll?

Wenn Gott klar Nein sagt, ist es Nein. Menschliche Einschätzungen – auch gut gemeinte aus der Familie – ersetzen diese Frage nicht. Geh damit ins Gebet und frag konkret, was er dir zeigen will.

Was ist eine Hologramm-Tür?

Ein Widerstand, der aussieht wie eine verschlossene Tür, aber keiner ist. Du merkst es erst, wenn du hindurchgehst. Solche Blockaden können vom Feind kommen, um dich aufzuhalten.

Du willst diesen Weg nicht allein gehen?

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