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Berufung & Gott als CEO

Was ein DIVINE Business wirklich ist – und was nicht

8 Min. LesezeitFolge 87DIVINE Business

2019 haben wir eine Marke eintragen lassen: DIVINE Business. Wir wollten unserem Unternehmen einen klaren Namen und eine klare Ausrichtung geben – ein Business mit Fokus auf Gott, göttlich inspiriert.

Damals kannten wir Jesus noch nicht.

Wir waren überzeugt, bereits ein Business nach biblischen Prinzipien zu führen. Ende 2020 ist Jesus uns dann begegnet, hat uns gerettet und wachgeküsst. Seit 2022 zeigen wir uns offiziell als christliche Unternehmer. Und irgendwo auf diesem Weg kam die ziemlich ernüchternde Erkenntnis: Ein DIVINE Business mit Gott und für Gott ist doch etwas anderes als das, was wir uns vorher darunter vorgestellt hatten.

Was wir damals darunter verstanden haben

Angefangen haben wir mit guten Ideen. Wir wollten Menschen helfen, wir hatten Gaben und Talente, die wir einbringen wollten, und wir wollten frei sein – auch finanziell. Mit einer Selbstständigkeit lässt sich das alles verbinden.

Rückblickend waren wir voll von eigenen Ambitionen. Fokus aufs Geld, gekoppelt an diesen Freiheitsgedanken. Etwas Cooles aufbauen, damit noch etwas Gutes tun. Und dazu jede Menge esoterischer Gedanken.

Wir dachten tatsächlich: Business mit Gott, das funktioniert schon – man meditiert und hört auf ihn. Auf dem Weg haben wir festgestellt, dass das nicht geht. Es geht nicht, wenn man Gott mitnimmt. Es geht nur, wenn Jesus der Herr deines Business ist und du dich unterordnest.

Ebenso wenig geht es, wenn du die Bibel nicht einmal ganz gelesen hast. Du musst schon verstehen, was Gott insgesamt will – und dafür braucht es das ganze Buch. Wir sind hier große Freunde davon, das immer wieder zu sagen: Lies die Bibel einmal komplett durch.

Und wir dachten, wir helfen Menschen und verbessern die Welt. Als Coaches könnten wir so vielen zu Freiheit verhelfen. Nur hatten wir keine Ahnung, wie Gottes Heilsplan aussieht – und dass genau der hinter allem steht, was er tut.

Was ein DIVINE Business ist

Ein DIVINE Business ist ein geistlich geführtes Mandat, das aus der Beziehung zu Jesus entsteht.

Du ordnest dich als Unternehmer Gott unter und legst mit deinem Wirken vollen Fokus auf seine Ziele. Es dreht sich um seinen Willen, seine Wege, seine Prioritäten, seinen Herzschlag – und deine eigenen Ideen stellst du hintenan. Damit wird das Business zu einem Vehikel, mit dem sein Wille umgesetzt wird. Es bleibt nicht Selbstzweck.

Ein Bild dazu, weil das sonst schnell abstrakt klingt: Stell dir eine große Firma vor, und Gott ist der Chef. Dein Business ist eine Abteilung darin. Das heißt zweierlei – du läufst nicht allein, auch wenn du selbstständig bist. Und deine Abteilung darf besser mit der Zentrale verbunden sein.

Psalm 127,1: „Wenn Jahwe das Haus nicht baut, arbeiten die Bauleute vergeblich. Wenn Jahwe die Stadt nicht bewacht, wacht der Wächter umsonst.“

Wenn Gott nicht dabei ist, brauchen wir gar nicht erst anzufangen.

Drei Fragen, die alles entscheiden

Wer prüfen will, wo er steht, braucht nur diese drei:

Wem gehört das Business wirklich? Unter wessen Ordnung steht es? Wofür existiert es?

Die Antworten liegen auf der Zunge: Gott, Gott, Gottes Wille. Umso mehr lohnt es sich, ehrlich zu prüfen, ob wir das nur sagen – oder ob wir tatsächlich nach biblischen Prinzipien arbeiten. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen.

Woran du ein weltliches Business erkennst

Drei Kategorien machen den Unterschied sichtbar: Ursprung, Motivation und Ziele.

Der Ursprung liegt in eigenen Ideen, im eigenen Willen, in eigener Kraft. Jemand hat eine gute Idee und prescht voran.

Die Motivation ist Selbstverwirklichung, Erfolgsstreben, das Streben nach Freiheit. Manchmal auch: Jetzt zeige ich es allen. Meistens ist sie um das Ego gestrickt.

Die Ziele sind Anerkennung, finanzieller Erfolg, Sicherheit.

Wir müssen das nicht theoretisch beschreiben. Bei Merle war es klar Selbstverwirklichung – sie war unglücklich in ihrem Job und spürte, dass da ein Schatz zu heben ist. Und bei Oli war es der finanzielle Erfolg: 2010 hat er sich selbstständig gemacht mit dem Gedanken, ich will mehr haben als alle anderen, und Selbstständigkeit scheint der Weg dahin zu sein. Let’s go.

Sprüche 14,12: „Mancher wähnt sich auf dem richtigen Weg, doch am Ende führt er in den Tod.“

Und hier lauert die eigentliche Gefahr, die uns bei christlichen Unternehmern ständig begegnet: Ich bin Christ, ich bete über mein Business, ich lese in der Bibel – aber ich baue nach den Strategien, die gerade am erfolgreichsten scheinen.

Das ist eine Art Greenwashing. Man ist mit Gott unterwegs und lernt trotzdem ausschließlich von der Welt, wie man ein Business aufbaut. Die Welt bietet viele Strategien, keine Frage. Aber wir sind Nachfolger von Jesus, und für uns gelten andere Prinzipien.

Woran du ein DIVINE Business erkennst

Dieselben drei Kategorien, ein völlig anderer Film.

Der Ursprung ist, dass Gott beruft. Er ruft dich und sendet dich zur rechten Zeit. Und das setzt Beziehung voraus – ohne sie verpasst du den Ruf, die Vorbereitung und das Timing.

Genau hier lernst du Gott übrigens auf einer ganz anderen Ebene kennen. Wir haben früher immer gesagt, Selbstständigkeit sei die beste Persönlichkeitsentwicklung, die man machen kann. Inzwischen würden wir sagen: Selbstständigkeit ist eine der intensivsten Formen von Nachfolge. Nicht, weil dir jemand von Gott erzählt, sondern weil du ihn persönlich erlebst – auch dann, wenn es eng wird und sich zeigt, wo seine Ordnung in deinem Leben noch nicht angekommen ist.

Die Motivation ist Gehorsam, Vertrauen, Liebe. Nichts Egoistisches, kein eigener Antrieb – sondern: Herr, du rufst, ich will gehorchen. Das braucht man auch, denn die Dinge, zu denen Gott ruft, sind oft unbequem.

Ein Beispiel dafür: Als wir 2022 mit unserem Business starteten, war das Erste, was wir tun sollten, ein Online-Kongress. Oli hätte damals gesagt: Im Ernst? Online-Kongresse sind doch längst durch. Er lag komplett falsch – es lief hervorragend. Aus menschlicher Perspektive wäre er nie darauf gekommen. Das war schlicht ein gehorsamer Schritt.

Das Ziel ist Frucht für Gottes Reich, Menschen wirklich zu dienen und Gott zu verherrlichen.

Johannes 15,5: „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt reichlich Frucht. Denn getrennt von mir könnt ihr gar nichts bewirken.“

Das Interessante daran: Beide Arten von Business können äußerlich ähnlich aussehen. Sie kommen aus völlig verschiedenen Quellen und bringen verschiedene Frucht hervor – und das zeigt sich meistens erst auf Dauer.

Deshalb: Lass dich nicht blenden, wenn jemand in der Welt sehr schnell sehr erfolgreich wird. Wir kommen aus dieser Welt und kennen diese Prinzipien. Auf lange Sicht zeigt sich, welcher Geist hinter einem Business steht.

Und noch ein Bild, das viel klärt: Gott ist kein Beifahrer. Er ist auch kein Berater auf Abruf. Du kannst nicht dein Ding machen und hoffen, dass er schon dabei ist und segnet, was du dir überlegt hast.

Ehrlicherweise wird es genau hier für alle unbequem – für uns eingeschlossen. Wer ein DIVINE Business führen will, muss die eigenen Vorstellungen loslassen, Geduld lernen und Gott am Herzen arbeiten lassen. Aber es gilt: Wer Gottes Wege geht, darf Gottes Ergebnisse erwarten. Wer menschliche Wege geht, bekommt menschliche.

Ein Selbsttest in fünf Bereichen

Geh die folgenden Fragen bitte nicht analytisch durch, wie eine Checkliste. Lass sie im Herzen wirken und spür hin, wo Widerstand aufkommt oder Unruhe entsteht. Genau dort will Gott dir begegnen.

Zwei Kräfte ziehen dabei an dir. Die Welt versucht, dein Business zu prägen. Und auf der anderen Seite steht der religiöse Geist, der dich mit Argumenten abhält, die zunächst fromm klingen.

Die Quelle deines Handelns. Handle ich aus Druck oder aus Frieden? Warte ich aus Angst, etwas falsch zu machen? – Ein DIVINE Business handelt aus Frieden und geht Schritte aus Beziehung, nicht aus Absicherung. Kolosser 3,15: „Und der Frieden, den Christus schenkt, regiere euer Herz. Dazu seid ihr in den einen Leib berufen worden. Und seid dankbar.“

Entscheidungen und Strategie. Bete ich erst nach Entscheidungen statt davor? Passe ich Gottes Reden meinem Plan an? Ist „Es funktioniert“ mein stärkstes Argument? Optimiere ich Dinge, die Gott nie beauftragt hat? – Ein DIVINE Business beginnt mit Hinhören, nicht mit schlauen Plänen. Und es lässt gute Ideen los, wenn Gott sagt: Jetzt nicht. Sprüche 16,3: „Vertraue Jahwe deine Vorhaben an, dann werden deine Pläne gelingen.“

Vergleich, Trends und Sichtbarkeit. Vergleiche ich mich viel auf Social Media? Kopiere ich, was bei anderen funktioniert? Spüre ich Druck, mithalten zu müssen? Handle ich aus Menschenfurcht? – Lass dich von Gott führen statt von Trends treiben. Bau einzigartig, nicht nach Blueprint. Galater 1,10: „Versuche ich so etwa, den Beifall von Menschen zu gewinnen und Menschen zu gefallen – oder nicht vielmehr Gott? Wenn ich jetzt noch Menschen gefallen wollte, wäre ich kein Diener von Christus.“

Geld und Sicherheit. Gibt mir Geld mehr Sicherheit als Gott? Handle ich vorsichtig, obwohl Gott zum Mut ruft? Fühlt sich Versorgung wie meine Verantwortung an? – Gott ist die Quelle aller Versorgung, Geld ist ein Werkzeug. Matthäus 6,24: „Niemand kann zwei Herren dienen. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.“

Ruhe, Kontrolle und Loslassen. Kann ich schlecht loslassen oder pausieren? Habe ich Angst, dass alles zusammenbricht, wenn ich stoppe? Fühle ich mich nur wertvoll, wenn ich leiste? – Ein DIVINE Business vertraut Gottes Wirken auch in der Ruhe. Psalm 127,2: „Vergebens steht ihr frühmorgens auf und setzt euch erst spät wieder hin, nur um das Brot eurer Mühsal zu essen. So viel gibt Gott seinen Liebsten im Schlaf.“

Die zentrale Frage

Nimm diese Fragen ruhig als Inventur. Und dann bleibt eine Frage übrig, die alles bündelt:

Baue ich aus Vertrauen in Gott – oder aus Angst, Kontrolle und Vergleich? Und lasse ich mich vom religiösen Geist klein machen?

Denn der meldet sich zuverlässig. Du bist es doch nicht wert. Kannst du das überhaupt? Darfst du das? Hat Gott das wirklich gesagt? Business aufbauen ist sowieso nicht fromm, du solltest lieber in der Gemeinde dienen.

Das alles ist nicht Demut. Das ist eine Stimme, die dich davon abhalten will, dein Mandat anzunehmen.

Und eines noch, damit hier kein Perfektionismus entsteht: Das ist keine Null-oder-eins- Frage, kein Schwarz und Weiß. Wir sind alle auf einem Weg. Selbst wer mit voller Überzeugung sagt, er führe ein DIVINE Business, hat höchstwahrscheinlich noch Entwicklungsfelder – wir eingeschlossen. Jeder geht Schritt für Schritt weiter, und das ein Leben lang.

Häufige Fragen

Was ist ein DIVINE Business?

Ein geistlich geführtes Mandat, das aus der Beziehung zu Jesus entsteht. Der Unternehmer ordnet sich Gott unter, und das Business wird zum Vehikel für Gottes Ziele – nicht zum Selbstzweck.

Reicht es, als Christ über mein Business zu beten?

Nein. Gott ist kein Beifahrer und kein Berater auf Abruf. Wer nach weltlichen Strategien baut und Gott dazunimmt, führt trotzdem ein weltliches Business.

Woran erkenne ich den religiösen Geist?

An Sätzen, die fromm klingen und dich klein halten: Darfst du das überhaupt? Hat Gott das wirklich gesagt? Business aufbauen ist doch nicht fromm.

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